Regelmäßig wird ein Wort zum Unwort des Jahres bestimmt. Ein Kandidat für dieses Jahr wäre vielleicht „Kriegsmüdigkeit“. Politik und Medien benutzen es gerne, wenn es um (angeblich zu wenig) militärische Hilfe für die Ukraine aus Deutschland geht. Dabei gibt es nicht einmal in der Wikipedia einen Artikel dazu. Und wenn Kriegsmüdigkeit ein angemessener Begriff wäre, dann gäbe es wohl auch das Wort Kriegsmunterkeit, um das Gegenteil zu beschreiben. Als kriegsmunter müssten sich diejenigen Politiker und Journalisten bezeichnen lassen, die den Krieg aus ihrem geheizten Büro heraus, in der relativen Gewissheit, weder selbst an der Front kämpfen zu müssen noch eigene Kinder im Krieg verlieren zu können, immer weiter anheizen. Denen die hohen Energiepreise nicht so viel ausmachen, die auch die Inflation verkraften, ohne auf etwas verzichten zu müssen, wie es die normale, arbeitende Bevölkerung leider immer stärker muss. Kriegsmüdigkeit ist ein Euphemismus, es ist eine widerliche und beschönigende Art anderen vorzuwerfen, sie würden nicht genug Krieg wollen, in einer Gesellschaft, die sich zuvor einig darüber war, nie wieder Krieg zu wollen – es ist absurd!

Es grüßt nachdenklich Dietmar Friedhoff, MdB

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