Rede vom 10. Mai 2019 im Deutschen Bundestag. Umweltschutz ist Heimatschutz.

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, wird man merken, dass man Geld nicht essen kann. Die Zerstörung der Umwelt schreitet immer weiter voran.

Auszüge aus der Rede:

„Dieser Ausspruch ist heute aktueller denn je. Die Umwelt leidet nämlich wie nie zuvor. Der Mensch, der sich die Welt nicht untertan machen sollte, sondern diese behüten und beschützen soll. Der Mensch wird zum Humankapital und die Natur zur Ressourcenbank von Wirtschaftsmächten und Ideologen. Das Thema der aktuellen Stunde, das gefährliche Artensterben könnte auch heißen über die Art zu sterben. […]

Wo der Mensch in die Natur eingreift, herrscht Chaos. Unsere Welt ist im Wandel, unsere Umwelt ist im Ungleichgewicht, die Natur aus der Balance. Aber was sind die Gründe dieser Veränderung und warum oder worum genau geht es? Erstens: das dynamische Bevölkerungswachstum, zweitens: der ungezügelte Konsumzwang und drittens: die Globalisierung. Das wird Sie jetzt wundern: auch die Digitalisierung. […]

Nach dem Motto „Jeder zu jeder Zeit, an jedem Ort, alles immer. […]

Es ist keine Klimakatastrophe, die wir wahrnehmen, es ist eine Umweltkatastrophe mit massiven Auswirkungen auf die Arten. […]

Die Globalisierung fördert den Produktwahnsinn: so wird zum Beispiel das Leder für einen Autositz in Amerika gezüchtet und abgezogen, in Indien gegerbt, in der Türkei verarbeitet, in Tschechien eingebaut und in Deutschland verkauft. Es lebe die Co2-Bilanz. […]

Unser Bienensterben ist das Produkt aus alldem. Veränderung der Randbewachsung, Ausbau von Monokulturen, invasive Arten in Form von Milben und vieles mehr. Der Biene wurde ihr Lebensumfeld entzogen. […]

Liebe Bürgerinnen und Bürger, im Krieg gab es Kartoffelferien, wir brauchen demnächst Bestäubungsurlaub. Schlussendlich: die Digitalisierung wird den Konsumdruck weiter erhöhen, denn jeder Mensch möchte demnächst immer überall alles konsumieren und all diese Systemgeräte, die wir dafür benötigen, brauchen zusätzliche Energie und Rohstoff.

Es gäbe noch viel zu sagen, es gibt noch mehr zu tun, aber es gibt am meisten eines: es gibt etwas zu wagen. Wahrheit wagen, Klarheit wagen. Unsere Art zu leben müssen wir ändern, wollen wir unsere Art erhalten, sonst steht unsere Art zu sterben bereits fest.

Artenschutz ist Umweltschutz. Umweltschutz ist Heimatschutz. Heimatschutz ist blau, blau ist die AfD.“